Erfahrungsbericht: Polizei Baden-Württemberg Auswahlverfahren mittlerer Dienst

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in meinem Leben noch nie so aufgeregt war wie vor meiner Eignungsprüfung bei der Polizei Baden-Württemberg. Zwischendurch dachte ich, ich würde es nicht schaffen, aber am Ende bekam ich dann doch die Zusage.

Vor dem Auswahlverfahren

Schon als Kind war Polizistin mein Traumberuf. Nach meinem Realschulabschluss wollte ich diesen Traum dann verwirklichen. Deshalb habe ich mich noch während meiner Schulzeit informiert und für den mittleren Dienst der Polizei Baden-Württemberg beworben.

Zuerst hatte ich etwas Bammel, die allgemeinen Voraussetzungen nicht zu erfüllen, weil ich keine deutsche Staatsbürgerschaft habe. Aber auf der Website der Polizei Baden-Württemberg stand, dafür gibt es Ausnahmeregelungen. Und die erfülle ich.

Ich bewarb mich also und erhielt dann nach einiger Zeit auch die Einladung zum Auswahlverfahren. In dem Schreiben erfuhr ich außerdem den Ort meiner Prüfung. In Baden-Württemberg kann das Auswahlverfahren nämlich sowohl in Lahr als auch in Böblingen stattfinden.

Prüfungstag

Das Auswahlverfahren in Baden-Württemberg ist für den mittleren und gehobenen Dienst gleich – nur die benötigten Punktzahlen unterscheiden sich. Wir Bewerber quatschten am Anfang locker miteinander und versuchten, uns Mut zu machen, aber ich konnte nur daran denken, dass fast 80 Prozent der Teilnehmer später nicht genommen werden.

Für Nervosität blieb aber nicht viel Zeit. Kaum hatten wir uns alle versammelt, wurden wir auch schon von einer Polizeibeamtin begrüßt, die uns den Ablauf des Auswahlverfahrens erklärte. Dann ging es los.

Computer-Test

Das Auswahlverfahren startete mit einem Test am Computer. Wir mussten einen Sprachverständnistest, einen Rechtschreibtest und einen Intelligenztest bearbeiten. Bei dem Intelligenztest gab es beispielsweise eine Aufgabe mit Würfeln: Uns wurde eine Würfelreihe präsentiert, darunter gab es eine Auswahl von fünf weiteren Würfeln, und wir mussten denjenigen anklicken, der die Reihe logisch fortsetzt.

Die Aufgaben waren im Allgemeinen machbar, aber den Zeitdruck hat man schon gespürt. Ich glaube, am Anfang habe ich deswegen einige Flüchtigkeitsfehler gemacht. Zum Glück waren es wohl nicht zu viele, denn ich kam in die nächste Runde – zum Sporttest.

Sporttest

Da ich nicht das Deutsche Sportabzeichen in Silber besaß, musste ich im Auswahlverfahren zum Sporttest antreten. Ich hatte mich vorher gründlich darauf vorbereitet und viel trainiert. Es kam nur eine Übung dran, ein 3.000-Meter-Lauf in höchstens 20 Minuten. Die Jungen mussten es sogar in 15:20 Minuten schaffen. Einmal dachte ich, ich kann nicht mehr, aber dann erinnerte ich mich daran, warum ich das Ganze tat, und strengte mich nochmal richtig an.

Auswahlgespräch

Zum Schluss stand noch ein Auswahlgespräch an. Wir wurden einzeln interviewt und sollten zu Beginn etwas über uns erzählen. Ich versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen und erzählte dem Beamten, der mich befragte, einfach ehrlich, was mich am Polizeiberuf faszinierte. Anschließend beantwortete ich weitere Fragen, die wahrscheinlich meine Polizeitauglichkeit testen sollten.

Statt zu übertreiben, war ich wieder einfach ehrlich. Ich denke, das kam dann auch gut an. Ich wurde mit einem Lächeln verabschiedet. Dann hieß es nochmal einige Zeit warten, wähend unser Gesamtergebnis ausgerechnet wurde. Nacheinander wurden wir zu einem Abschlussgespräch gebeten, bei dem wir erfuhren, ob wir bestanden hatten oder nicht. Als ich an der Reihe war, zitterten meine Beine vor Anspannung. Ich war wahnsinnig glücklich, als mir die Prüfer mitteilten, dass ich bestanden hatte.

Polizeiärztliche Untersuchung

Die polizeiärztliche Auswahluntersuchung fand dann nochmal an einem anderen Tag statt. Der zuständige Polizeiarzt untersuchte mich komplett. Ich musste Urin- und Blutproben abgeben und es gab sogar ein Drogenscreening. Es war ein sehr befreiender Moment, als ich für polizeidiensttauglich befunden wurde. Jetzt freue ich mich auf die Ausbildung und darauf, meine Mitschüler kennenzulernen.

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