Erfahrungsbericht: Polizei Hessen Auswahlverfahren gehobener Dienst

Seit einem Schulpraktikum wollte ich Polizist werden. Meine Noten waren gut, ich war schon immer sportlich gewesen, und so rechnete ich mir gute Chancen aus. Mit meinem Berufsziel vor Augen trainierte ich zum Ende meiner Schulzeit hart, um so gut wie möglich auf den Sporttest vorbereitet zu sein, von dem ich viel gehört hatte. Bei meiner Bewerbung für die Ausbildung im gehobenen Dienst der Polizei Hessen war ich ziemlich zuversichtlich.

Fehl- und Zweitversuch

Auswahlverfahren bei der Polizeiakademie in Wiesbaden, erster Versuch: leider misslungen. Gescheitert bin ich allerdings nicht am Sporttest, sondern am Computertest. Wir sollten verschiedene Aufgaben zu Intelligenz, Konzentrationsleistung, Rechtschreibung und Persönlichkeitsaspekten bearbeiten. Anfangs kam ich noch gut zurecht, aber nach der der Diktatübung war der Traum vom Polizeiberuf erstmal zu Ende.

Nach dem Schock habe ich begonnen, mich über meine weiteren Möglichkeiten und eine sinnvolle Prüfungsvorbereitung zu informieren. Die Einstellungsberatung der Polizeipräsidien in Hessen bieten dafür regelmäßig Termine an. Von den Beratern habe ich erfahren, dass sich viele Bewerber bei der Vorbereitung für das Auswahlverfahren auf den Sporttest konzentrieren und dann schon im Computertest ausscheiden. Das sei aber kein Grund, es nicht zum nächsten Termin wieder zu versuchen. Besser vorbereitet natürlich.

Also habe ich mich für einen zweiten Versuch entschieden. Neue Chance, neues Glück. Auch dieses Mal erhielt ich wieder eine Einladung zum Auswahlverfahren in Wiesbaden. In der Vorbereitung war ich nun allerdings etwas fleißiger, ich habe mich über alle Aufgabenbereiche informiert und sie entsprechend geübt.

Computertest

Am Tag der Prüfung war ich, wie nicht anders zu erwarten, richtig nervös. Denn jetzt ging es um alles oder nichts, ich musste es schaffen! Glücklicherweise zahlte sich meine gründliche Vorbereitung aus.

Der Test bestand aus einem Logikteil, einem Rechtschreibtest (den ich diesmal bestand) und Matheaufgaben, die wir ohne Taschenrechner lösen mussten, was aber nicht allzu schwer war. Außerdem wurde die Konzentration getestet: Wir sollten uns Figurenpaare einprägen, anschließend erschienen etliche Figurenpaare nacheinander auf dem Bildschirm und wir mussten die zuvor gemerkten Paare erkennen und anklicken. Dann folgte ein Test zur Merkfähigkeit.

Den Schluss bildete nach ca. 2,5 Stunden ein Persönlichkeitsfragebogen, bei dem wir Fragen wie „Empfinden Sie sich als hilfsbereit?“ oder „Würden Sie sich als geduldig bezeichnen?“ mit „stimmt“, „stimmt teilweise“ oder „stimmt nicht“ beantworten sollten.

Sporttest

Der Sportteil war sehr anstrengend, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er mir im Vergleich zu meinen Mitbewerbern leichter fiel. Das Training hatte sich ausgezahlt. Der Test bestand aus Achterlauf, Bankdrücken, Fünfer-Sprunglauf und 500-Meter-Wendelauf.

Gruppenaufgabe

Nun sollten wir in einer Gruppendiskussion unsere Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Ich wusste ungefähr, worauf es ankommt, und versuchte sprachlich präsent zu sein, aber gleichzeitig auch stillere Teilnehmer einzubeziehen und auf die Beiträge der anderen einzugehen. Die Lösungsfindung zu dem gestellten Problem ist hier wahrscheinlich eher zweitrangig. Nach ungefähr einer halben Stunde war auch das geschafft.

Einzelinterview

Das Einzelinterview dauerte ungefähr eine dreiviertel Stunde. Ich beantwortete die Fragen von zwei Polizeibeamten. Sie fragten unter anderem nach meinem Interesse am Polizeiberuf, nach meiner Einschätzung der beruflichen Vor- und Nachteile und danach, was die Arbeit bei der Polizei in Hessen für mich zu etwas Besonderem macht.

Polizeiärztliche Untersuchung

Fast geschafft! Die polizeiärztliche Untersuchung war die letzte Hürde. Ich wurde von oben bis unten durchgecheckt.

Zuerst kam die allgemeine körperliche Untersuchung. Wir wurden gewogen, gemessen und abgetastet. Wer ein Tattoo hatte, musste das außerdem dokumentieren. Anschließend folgten ein Hör- und Sehtest. Zum Schluss gab es noch ein EKG und ein Belastungs-EKG. Das war nochmal sehr anstrengend, aber dann hatte ich es hinter mir.

Zu guter Letzt konnte ich nichts anderes tun als abzuwarten. Denn auch wenn man alle Tests besteht, heißt das nicht, dass man auch genügend Punkte gesammelt hat, um auf der Rangliste vorne zu sein. Das Warten war nervenaufreibend. Doch am Ende hatte ich es geschafft und hielt endlich den heißersehnten Zusagebescheid der Polizei Hessen in meinen Händen.

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