Das Auswahlverfahren der Polizei

Was verlangen die Länderpolizeien und die Bundespolizei im sportlichen, schriftlichen und mündlichen Auswahlverfahren?

Der Ablauf

Mit Ausnahme der Bundespolizei ist Polizei in Deutschland Ländersache. Folgerichtig plant jede Polizeibehörde ihr eigenes Auswahlverfahren – die Grundbausteine der Eignungsprüfung sind allerdings an jedem Bewerbungsort gleich. Alle Behörden stellen in einem schriftlichen Einstellungstest die Intelligenz, das Wissen und die berufsrelevanten Kompetenzen ihrer Bewerber auf die Probe. Ob man körperlich fit genug für den anspruchsvollen Polizeidienst ist, kommt im Sporttest und in der polizeiärztlichen Untersuchung ans Tageslicht.

Im obligatorischen Vorstellungsgespräch – ob als freie Unterhaltung oder strukturiertes Interview – wollen die Personaler schließlich herausfinden, welche Persönlichkeit sich hinter den nüchternen Daten und Fakten im Lebenslauf verbirgt. Vor allem im gehobenen Dienst wartet eventuell auch noch ein Assessment-Center mit Gruppenaufgaben, Diskussionen und/oder Rollenspielen. Prinzipiell hat jeder Teilnehmer im Auswahlverfahren die gleichen Chancen: Bei der Nachwuchs-Rekrutierung der Polizeien zählen allein Eignung, Befähigung und fachliche Leistung.

Auswertung und Rangliste

Für den schriftlichen Einstellungstest und den Sporttest gelten feste Minimal-Anforderungen, im Klartext: eine bestimmte Anzahl richtig gelöster Aufgaben bzw. eine vorgegebene Mindestweite, -zeit oder -wiederholungszahl. Nur wer diese (niedrigen) Hürden überspringt, wird für die weiteren Stationen des Auswahlverfahrens zugelassen. Was die Bewertung der Ergebnisse angeht, kennt die Polizei freilich nicht nur schwarz oder weiß: Anhand der der schriftlichen und sportlichen Prüfungsergebnisse sortieren die Prüfer der Polizei alle Bewerber – je nach erbrachter Leistung – in eine Rangliste ein.

In das Bewerber-Ranking der Polizei können auch die Eindrücke aus dem Vorstellungsgespräch, der ärztlichen Untersuchung und eventuell dem Assessment-Center einfließen. Wenn alle Prüfungen beendet sind, lässt sich die endgültige Rangliste oft anonymisert auf den Webseiten der Einstellungsbehörde einsehen. Bei der endgültigen Auswahl arbeitet die Polizei diese Rangliste dann von oben nach unten ab: Schließlich will die Polizei nur die besten Bewerber einstellen. Falls in der Zeit von der Prüfung zur Einstellung der ein oder andere Kandidat von sich aus abgesprungen sein sollte, rückt der jeweils nächstplatzierte für ihn auf.